Internationale Bezeichnungen für das Ehrendoktorat
Ein Ehrendoktorat ist international verbreitet – aber fast jedes Land (und oft sogar jede Universität) nutzt eigene Bezeichnungen. Mal steht Latein im Vordergrund, mal die Landessprache, mal ein englischer Standardbegriff. Gemeint ist fast immer dasselbe: eine akademische Auszeichnung, die ohne reguläre Promotion vergeben wird. Genau deshalb ist es hilfreich, die wichtigsten internationalen Bezeichnungen zu kennen und richtig zu verwenden.
Die klassische lateinische Bezeichnung: „doctor honoris causa“
Die verbreitetste internationale Form ist Latein: doctor honoris causa. Wörtlich heißt das sinngemäß „Doktor ehrenhalber“. Viele europäische Universitäten nutzen diese Form auch heute noch ganz offiziell – oft in Urkunden, bei Zeremonien und in der Außendarstellung. Die Abkürzung, die man häufig sieht, ist Dr. h.c. (für honoris causa).
Übersicht nach Ländern
Ehrendoktorate sind eine international verbreitete Form akademischer Anerkennung, doch ihre Bezeichnungen unterscheiden sich weltweit deutlich. Während Inhalt und Bedeutung ähnlich sind, spiegeln die verwendeten Titel die jeweilige Sprache, Hochschultradition und Rechtskultur eines Landes wider.
Manche Hochschulen halten bis heute an lateinischen Formen fest, andere nutzen ausschließlich nationale Begriffe oder kombinieren mehrere Sprachen, um internationale Verständlichkeit zu schaffen. Diese Übersicht zeigt, wie unterschiedlich ein Ehrendoktorat weltweit benannt wird und warum diese Unterschiede wichtig sind. Sie hilft dabei, internationale Titel richtig einzuordnen, Missverständnisse zu vermeiden und die jeweilige Bedeutung im akademischen Kontext korrekt zu verstehen.
- Englischsprachige Länder: „Honorary degree“ und „Honorary doctorate“
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Im Englischen ist honorary degree der Oberbegriff. Wenn es konkret um ein Ehrendoktorat geht, ist honorary doctorate die geläufigste Form. Viele britische Universitäten verleihen dabei nicht einfach „PhD (honorary)“, sondern ganz bestimmte Doktorgrade als Ehrenwürde – je nach Tradition. Die University of Cambridge nennt zum Beispiel als „higher doctorates“ (die auch ehrenhalber verliehen werden können) Grade wie DD (Divinity), LLD (Law), ScD (Science), LittD (Letters) oder MusD (Music).
Auch in Schottland wird das ähnlich klar geregelt: Die University of Glasgow listet in ihren Regeln auf, welche Grade honoris causa vergeben werden können (z. B. DD, LLD, DLitt, DMus, DSc).
- Frankreich, Spanien, Italien: meist „Docteur/Doctor/Dottore honoris causa“
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In Frankreich lautet die offizielle Bezeichnung in der Regel Docteur honoris causa. Universitäten verwenden diese Form sowohl in französischsprachigen Texten als auch auf Urkunden. Der Zusatz honoris causa macht klar, dass es sich um eine Ehrenwürde handelt. In englischsprachigen Kontexten erklären französische Hochschulen diesen Titel meist ausdrücklich als honorary doctorate, um internationale Missverständnisse zu vermeiden.
In Spanien ist Doctor honoris causa die übliche und offiziell verwendete Bezeichnung. Auch hier bleibt der lateinische Ausdruck erhalten, obwohl Spanisch die Alltagssprache ist. Spanische Universitäten führen den Titel in offiziellen Dokumenten und Pressemitteilungen fast immer in dieser Form. In englischen Texten wird zusätzlich der Begriff honorary doctorate verwendet.
In Italien spielt der Begriff Dottore eine besondere Rolle. Anders als in vielen anderen Ländern dürfen sich dort bereits Hochschulabsolventen mit einem ersten Studienabschluss als Dottore oder Dottoressa bezeichnen. Umso wichtiger ist bei Ehrendoktoraten der Zusatz honoris causa. Die vollständige Form lautet daher Dottore honoris causa oder Dottorato honoris causa.
- Skandinavien: „Hedersdoktor“ und „Kunniatohtori“ statt „honoris causa“
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In Schweden ist die landestypische Bezeichnung „hedersdoktor“. Uppsala University erklärt das schlicht als Titel für Personen, die besondere wissenschaftliche Leistungen erbracht oder die Forschung anderweitig gefördert haben – und verwendet dabei ausdrücklich den Begriff „hedersdoktor“.
In Finnland heißt das Ehrendoktorat sehr häufig „kunniatohtori“. Die Universität Helsinki beschreibt „Kunniatohtorit“ als höchste Anerkennung, die die Universität vergeben kann, und nutzt den Begriff ganz selbstverständlich im offiziellen Kontext (z. B. im Rahmen von Promotion-/Promotionsfeiern).
Wichtig: In diesen Ländern existiert zwar die lateinische Form (doctor honoris causa) im Hintergrund, im Alltag und auf Uni-Seiten dominiert aber klar die landessprachliche Bezeichnung.
- Türkei: „Fahri Doktora“ (Fahri doktora unvanı)
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In der Türkei ist die gängige Bezeichnung „fahri doktora“ bzw. „fahri doktora unvanı“ (Ehrendoktortitel). Türkische Universitäten führen das auch offiziell so – etwa die İstanbul Teknik Üniversitesi (İTÜ) mit einer eigenen Übersicht „Fahri Doktora Unvanları“ oder auch andere Hochschulen in ihren Regelwerken/Informationsseiten.
Hier weicht nicht nur die Sprache ab, sondern auch die übliche Darstellungsform: Der Titel wird häufig als „Unvan“ (Titel) betont.
- Japan: „名誉博士“ (Meiyo Hakase) – als „Titel“ bzw. „Ehrenbezeichnung“
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In Japan findet man sehr häufig die Bezeichnung „名誉博士“ (wörtlich: „Ehren-Doktor“). Auffällig ist: Es wird oft als „称号“ (Titel/Ehrenbezeichnung) geführt, und viele Universitäten haben dazu eigene „名誉博士称号授与規程“ (Regelwerke zur Verleihung). So existieren z. B. offizielle Regeltexte bei der Universität Tohoku oder der Universität Kyoto, die explizit „名誉博士“ als zu verleihende Bezeichnung regeln.
Das zeigt den typischen Unterschied: Nicht „PhD (honorary)“, sondern eine klar als Ehrentitel geführte japanische Bezeichnung.
- China: „名誉博士“ – häufig als „荣誉性学位“ (Ehren-/Honorary Degree) erklärt
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Auch in China ist „名誉博士“ (honorary doctorate) verbreitet. Die chinesische Bildungs- und Gradvergabe-Infrastruktur beschreibt „名誉博士“ ausdrücklich als „荣誉博 (Honorary Degree of Doctor)“ und ordnet es als ehrenhaften Grad ein, der Personen mit herausragenden Beiträgen verliehen werden kann.
Die Bezeichnung weicht also sprachlich klar ab, wird aber oft direkt mit der englischen Erklärung verbunden, um international verständlich zu bleiben.
- Russland: „Почётный доктор“ (Pochyotny doktor) – „Ehrendoktor“ als Ehrentitel
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Im russischsprachigen Raum ist die geläufige Bezeichnung „Почётный доктор“ (Ehrendoktor / honorary doctor). Universitäten führen das häufig als eigenen Ehrentitel. Beispielsweise beschreibt die Herzen-Universität das „Звание ‚Почётный доктор…‘“ als Titel, der für herausragende Leistungen verliehen wird.
Auch andere Hochschulen regeln den Status über offizielle Dokumente bzw. Ordnungen, die den Titel „Почетный Доктор“ definieren.
- Arabischsprachige Länder: „دكتوراه فخرية“ (doktorāh fakhriyya) – „Ehrendoktorwürde“
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In vielen arabischsprachigen Ländern lautet die gängige Bezeichnung „دكتوراه فخرية“, wörtlich „ehrenhalber Doktorat“. Der Begriff ist als allgemeine Bezeichnung für die Ehrenpromotion etabliert und wird genau so im öffentlichen Sprachgebrauch verwendet.
Wichtig (für eine Wissensdatenbank): In dieser Region schwankt die Praxis je nach Land und Hochschule stark, aber die Grundbezeichnung „دكتوراه فخرية“ ist sehr verbreitet.
- Thailand: „ดุษฎีบัณฑิตกิตติมศักดิ์“ – klar getrennte Form für Ehren-Doktorgrade
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Thailand ist ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht nur „eine Übersetzung“ gibt, sondern ein eigenes System von Begriffen. In offiziellen Regelwerken wird der Ehrengrad auf Thai genau benannt. In einer Vorschrift der Thammasat University wird z. B. der Ehrenabschluss in Stufen beschrieben; auf Doktor-Ebene heißt er „ดุษฎีบัณฑิตกิตติมศักดิ์“ (honorary doctorate).
Hier sieht man sehr deutlich: eigener Fachbegriff, eigene juristische Definition, nicht bloß „honoris causa“.
Im Englischen ist honorary degree der Oberbegriff. Wenn es konkret um ein Ehrendoktorat geht, ist honorary doctorate die geläufigste Form. Viele britische Universitäten verleihen dabei nicht einfach „PhD (honorary)“, sondern ganz bestimmte Doktorgrade als Ehrenwürde – je nach Tradition. Die University of Cambridge nennt zum Beispiel als „higher doctorates“ (die auch ehrenhalber verliehen werden können) Grade wie DD (Divinity), LLD (Law), ScD (Science), LittD (Letters) oder MusD (Music).
Auch in Schottland wird das ähnlich klar geregelt: Die University of Glasgow listet in ihren Regeln auf, welche Grade honoris causa vergeben werden können (z. B. DD, LLD, DLitt, DMus, DSc).
In Frankreich lautet die offizielle Bezeichnung in der Regel Docteur honoris causa. Universitäten verwenden diese Form sowohl in französischsprachigen Texten als auch auf Urkunden. Der Zusatz honoris causa macht klar, dass es sich um eine Ehrenwürde handelt. In englischsprachigen Kontexten erklären französische Hochschulen diesen Titel meist ausdrücklich als honorary doctorate, um internationale Missverständnisse zu vermeiden.
In Spanien ist Doctor honoris causa die übliche und offiziell verwendete Bezeichnung. Auch hier bleibt der lateinische Ausdruck erhalten, obwohl Spanisch die Alltagssprache ist. Spanische Universitäten führen den Titel in offiziellen Dokumenten und Pressemitteilungen fast immer in dieser Form. In englischen Texten wird zusätzlich der Begriff honorary doctorate verwendet.
In Italien spielt der Begriff Dottore eine besondere Rolle. Anders als in vielen anderen Ländern dürfen sich dort bereits Hochschulabsolventen mit einem ersten Studienabschluss als Dottore oder Dottoressa bezeichnen. Umso wichtiger ist bei Ehrendoktoraten der Zusatz honoris causa. Die vollständige Form lautet daher Dottore honoris causa oder Dottorato honoris causa.
In Schweden ist die landestypische Bezeichnung „hedersdoktor“. Uppsala University erklärt das schlicht als Titel für Personen, die besondere wissenschaftliche Leistungen erbracht oder die Forschung anderweitig gefördert haben – und verwendet dabei ausdrücklich den Begriff „hedersdoktor“.
In Finnland heißt das Ehrendoktorat sehr häufig „kunniatohtori“. Die Universität Helsinki beschreibt „Kunniatohtorit“ als höchste Anerkennung, die die Universität vergeben kann, und nutzt den Begriff ganz selbstverständlich im offiziellen Kontext (z. B. im Rahmen von Promotion-/Promotionsfeiern).
Wichtig: In diesen Ländern existiert zwar die lateinische Form (doctor honoris causa) im Hintergrund, im Alltag und auf Uni-Seiten dominiert aber klar die landessprachliche Bezeichnung.
In der Türkei ist die gängige Bezeichnung „fahri doktora“ bzw. „fahri doktora unvanı“ (Ehrendoktortitel). Türkische Universitäten führen das auch offiziell so – etwa die İstanbul Teknik Üniversitesi (İTÜ) mit einer eigenen Übersicht „Fahri Doktora Unvanları“ oder auch andere Hochschulen in ihren Regelwerken/Informationsseiten.
Hier weicht nicht nur die Sprache ab, sondern auch die übliche Darstellungsform: Der Titel wird häufig als „Unvan“ (Titel) betont.
In Japan findet man sehr häufig die Bezeichnung „名誉博士“ (wörtlich: „Ehren-Doktor“). Auffällig ist: Es wird oft als „称号“ (Titel/Ehrenbezeichnung) geführt, und viele Universitäten haben dazu eigene „名誉博士称号授与規程“ (Regelwerke zur Verleihung). So existieren z. B. offizielle Regeltexte bei der Universität Tohoku oder der Universität Kyoto, die explizit „名誉博士“ als zu verleihende Bezeichnung regeln.
Das zeigt den typischen Unterschied: Nicht „PhD (honorary)“, sondern eine klar als Ehrentitel geführte japanische Bezeichnung.
Auch in China ist „名誉博士“ (honorary doctorate) verbreitet. Die chinesische Bildungs- und Gradvergabe-Infrastruktur beschreibt „名誉博士“ ausdrücklich als „荣誉博 (Honorary Degree of Doctor)“ und ordnet es als ehrenhaften Grad ein, der Personen mit herausragenden Beiträgen verliehen werden kann.
Die Bezeichnung weicht also sprachlich klar ab, wird aber oft direkt mit der englischen Erklärung verbunden, um international verständlich zu bleiben.
Im russischsprachigen Raum ist die geläufige Bezeichnung „Почётный доктор“ (Ehrendoktor / honorary doctor). Universitäten führen das häufig als eigenen Ehrentitel. Beispielsweise beschreibt die Herzen-Universität das „Звание ‚Почётный доктор…‘“ als Titel, der für herausragende Leistungen verliehen wird.
Auch andere Hochschulen regeln den Status über offizielle Dokumente bzw. Ordnungen, die den Titel „Почетный Доктор“ definieren.
In vielen arabischsprachigen Ländern lautet die gängige Bezeichnung „دكتوراه فخرية“, wörtlich „ehrenhalber Doktorat“. Der Begriff ist als allgemeine Bezeichnung für die Ehrenpromotion etabliert und wird genau so im öffentlichen Sprachgebrauch verwendet.
Wichtig (für eine Wissensdatenbank): In dieser Region schwankt die Praxis je nach Land und Hochschule stark, aber die Grundbezeichnung „دكتوراه فخرية“ ist sehr verbreitet.
Thailand ist ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht nur „eine Übersetzung“ gibt, sondern ein eigenes System von Begriffen. In offiziellen Regelwerken wird der Ehrengrad auf Thai genau benannt. In einer Vorschrift der Thammasat University wird z. B. der Ehrenabschluss in Stufen beschrieben; auf Doktor-Ebene heißt er „ดุษฎีบัณฑิตกิตติมศักดิ์“ (honorary doctorate).
Hier sieht man sehr deutlich: eigener Fachbegriff, eigene juristische Definition, nicht bloß „honoris causa“.